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Prälat a.D. Klumpp

Vortrag in Neckarsulm

Prälat Martin Klumpp spricht im Evangelischen Gemeindehaus Neckarsulm

Die Trauer wird durch trauern besser

Dass das Thema Trauer nicht nur ältere Menschen anspricht, zeigt die Anwesenheit von zahlreichen jüngeren Teilnehmern die zu dem Vortrag gekommen sind.

Die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern Heilbronn“ , Rosemarie Vogt, kann über 70 Besucher im evangelischen Gemeindehaus in Neckarsulm begrüßen.

Der pensionierte Prälat Martin Klumpp aus Stuttgart ist kein Unbekannter in Neckarsulm, sondern bereits zum vierten Mal hier. Martin Klumpp hat unter anderem den Stuttgarter Hospizdienst ins Leben gerufen und leitet seit 30 Jahren Gesprächsgruppen für trauernde Menschen.

Oft breche das eigene Leben zusammen, wenn ein naher Angehöriger stirbt, sagt der Pfarrer “Ich höre oft: Wie soll es weitergehen? Hat mein Leben noch einen Sinn?“. Damals hätte er angefangen trauernde Menschen in Gruppen einzuteilen, je nach Situation, wie zum Beispiel trauernde Eltern , die ein Kind verloren haben. In diesen vielen Arten von Trauer habe er entdeckt, dass es ganz wesentlich sei, wie der Mensch gestorben sei. Ob man gut auseinander ging, im Suizid oder etwa durch einen Unfall.

„Als Nicht betroffener müssen Sie sich klarmachen: ich kann die Tiefe des Schmerzes bei einem Trauernden niemals nachempfinden! Maßen Sie sich nie an, einem Trauernden vorzuschreiben, wie lange seine Trauer gehen soll. Haben Sie Geduld und Verständnis, wenn es nicht so schnell geht, wie man es sich wünscht.

Jeder trauere anders. So wie unser Leben, unsere Begabungen und Neigungen unterschiedlich sind, so unterschiedlich sei auch unsere Trauer. „Ratschläge sind Schläge. Geben Sie Trauernden niemals Ratschläge“. Der Referent glaubt, dass es den Menschen hilft wenn sie die Trauer, von der sie heimgesucht werden, besser verstehen. „Was geschieht eigentlich, wenn ein für mich wichtiger Mensch stirbt?“, fragt Klumpp ins Publikum. Die Reaktionen aus den Zuhörerreihen zeigen, dass viele Trauernde unter den Besuchern sind. Der Referent spricht über den Schutzmechanismus, den der Hinterbliebene erfährt, bevor der Schmerz kommt. Klumpp geht auf die anfänglichen Lähmungsphasen nach dem Tod eines Angehörigen ein und die anschließende Schmerzphase. „Welche Trauergefühle kennen Sie?, fragt er und bezieht die Besucher mit ein: Wut, Zorn, manchmal auch Hass und oft auch Angst, Neid oder Schuld, lauten die Antworten. In der anschließenden Diskussion bringen die Besucher ihre ganz persönlichen Situationen, Fragen und auch Probleme zum Ausdruck. Der abschließende Rat von Prälat Klumpp: “In der Trauer kein Held sein, finden was richtig ist und was mir guttut“.

(hlö)



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